Problem-Lösungs-Gymnastik

M.BaarAllgemeinLeave a Comment

Frösche
image_pdfals pdf speichernimage_printausdrucken
ICH will es nicht, aber ES passiert ganz unwillkürlich.“

Jeder kennt die automatischen, unerwünschten, unwillkürlichen Stress-Reaktionen, die entgegen unserer willentlichen Intention laufen: Du nimmst Dir vor, nicht aufgeregt zu sein und rot zu werden, wenn Du im kommenden Meeting Deine Präsentation vorstellst. Du bist ganz klar dagegen, doch ES gelingt Dir auch dieses mal einfach nicht…
Die „Problemlösungsgymnastik“ nach Dr. Gunther Schmidt ist eine wertvolle Möglichkeit, auch langfristig und gerade für solche typischen, immer wiederkehrenden Situationen eine Wende in den Reaktionsmustern herbeizuführen.

Noch ein Beispiel: Du kennst doch sicher den Spruch: „Wenn ich den nur sehe, kriege ich SO einen Hals!“ Manchmal weißt Du warum und manchmal kannst Du Dir gar nicht erklären, woher diese Reaktion kommt. In jedem Fall passiert das auch in diesem Fall automatisch.
Deine Reaktion darauf ist sehr wahrscheinlich ebenfalls automatisch: Du bist automatisch im Kontakt „kratzbürstig“, „bissig“ oder „kurz angebunden“, machst ein „düsteres Gesicht“ und fühlst Dich nicht wohl.
Stell Dir vor, es handele sich um eine Filmszene oder ein Bühnenbild. Welches innere Bild, welche Kulisse oder Szenerie steigt bei Dir automatisch und intuitiv auf, wenn Du an so jemanden und Deine Interaktion mit ihm denkst?
Dieser Reaktions-Automatismus ist zwar stärker und schneller als Dein willentliches Ich. Doch das muss nicht so bleiben: mit steter Beeinflussung kannst Du allmählich „die Kurve kriegen“. Ein paar wichtige Fakten dazu:

  • Nicht die Situations-Bedingungen an sich machen Stress, sondern unsere Einstellung und Bewertungen einer stressenden Situation.
  • Daher ist es wichtig, dass wir uns ausschließlich auf unsere Reaktion fokussieren. Denn diese ist unmittelbar unserer Wirkkraft zugänglich.
  • Bisher ist diese Reaktion automatisiert in eine unerwünschte Richtung gelaufen.
  • Mit der „Problem-Lösungs-Gymnastik“ (nach Gunther Schmidt, Arzt und Psychotherapeut aus Heidelberg) wird dieser Automatismus nun mit einer neuen, und zwar erwünschten Reaktion verknüpft.
  • Diese Reaktion muss so oft wie möglich wiederholt werden, und zwar unter Einbeziehung des Stressauslösers.
  • Somit führt der (nicht vermeidbare!) Auslöser statt zu einer unerwünschten automatischen Reaktion nach und nach zu einer automatischen, erwünschten Reaktion.
  • Wenn das mit einer Körperintervention verknüpft wird, wirkt es erstens stärker und schneller. Zweitens wird ein zusätzlicher „Anker“ gesetzt, der es unserem Gehirn erleichtert, Zugang zu dem gewünschten Ergebnis zu erlangen.
  • Die Reihenfolge dabei lautet:
    1. Welcher Gedanke macht mir Stress?
    2. Welches Bild habe ich spontan dazu?
    3. Welche Körperhaltung und Körperreaktionen habe ich bei diesen Gedanken und Bildern?
    4. Welchen Gedanken hätte ich gern?
    5. Welches Bild würde ganz spontan den erwünschten Gedanken repräsentieren?
    6. Welche Körperhaltung passt am besten zu den erwünschten Gedanken und Bildern?

In der praktischen Ausführung ermutige ich den Klienten dazu, alle Schritte bewusst langsam und übertrieben zu zelebrieren. Wie in einer Zeiltlupen-Pantomime sollen möglichst alle Sinneskanäle angesprochen werden. Wie schmeckt und riecht es? Welche Geräusche, Töne oder Musik sind passend? Dabei gebe ich Impulse zur „Ausschmückung“ der inneren Bilder.
Am Ende entsteht eine höchst individuelle Choreographie, die beginnend vom Ausgangspunkt „Stress-Situation“ im erwünschten Zielerleben mündet.

Neugierig? Willst Du das praktische Vorgehen mal sehen?
Demnächst gibt es ein Video mit einer Demonstration dazu.

Wenn Du nicht warten möchtest: probiere es mit mir zusammen aus, z. B. im Rahmen eines Halbtags-Coachings. Das macht sogar richtig Spass!

Übrigens ist dieses Herangehen eine wunderbare Vorbereitung für sogenannte „schwierige“ Gespräche oder Meetings. Du trittst nach einem solchen Coaching mit einer völlig anderen Attitüde auf, mit einer anderen inneren Haltung, welche nicht unbedingt fassbar, aber doch deutlich spürbar ist für Deine Mitmenschen. Klienten berichten davon, dass sie von Kollegen angesprochen werden: „Du bist heute so anders drauf, souveräner und gelassener. Was ist passiert?“

Weitersagen

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.